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Neues Bach Werke Verzeichnis BWV in Arbeit

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08 Nov 2015 09:13 #448 von Yo El Mismo
Yo El Mismo erstellte das Thema Neues Bach Werke Verzeichnis BWV in Arbeit
Liebe Bachfreunde!

Das Bach-Archiv gibt bekannt, daß eine grundlegende Neufassung des Bach-Werke-Verzeichnis' in Zusammenarbeit mit dem Verlag Breitkopf & Härtel in Arbeit ist.

Die Fülle der zu berücksichtigenden Informationen und Neuerkenntnisse seit dem ersten Erscheinen und der Wunsch, dem Nutzer dieses Wissen möglichst umfassend zugänglich zu machen, haben zu einem komplizierten Verweissystem und einer schweren Handhabbarkeit des derzeitigen BWV geführt. Zudem erfordern wesentliche Neuerkenntnisse aus der letzten Phase der Neuen Bach-Ausgabe sowie entscheidende Forschungsergebnisse der letzten 15 Jahre inhaltliche Änderungen. Ziel des neuen BWV ist es daher, durch eine Neukonzeption der Werkeinträge und Verlagerung ständig zu aktualisierender Informationen in ein Internetportal die Handhabbarkeit des Buches trotz der Fülle an (Neu-)Erkenntnissen wiederherzustellen. - See more at: www.bacharchivleipzig.de/de/bach-archiv/das-neue-bach-werke-verzeichnis#sthash.bPSpyDI5.dpuf

Es steht zu erwarten, daß die digitale Handbarkeit eines der wesentlichen Kriterien des neuen Verzeichnisses sein wird.

Gruß
Yo

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09 Nov 2015 10:07 #450 von Klaus Schaaff
Klaus Schaaff antwortete auf das Thema: Neues Bach Werke Verzeichnis BWV in Arbeit
Grüß Dich Yo,

das ist ein Thema von außerordentlicher Brisanz. Für Mich zumindest, ich weiß nicht, wie Du das siehst.

Zunächst, ich finde die hier im Forum angewandte Trennung nach Themen und kompakten BWV-Bereichen außerordentlich praktisch. Die Einordnung eigener Themen erfolgt eindeutig, reibungslos, zweifelsfrei und unmittelbar einfach für jeden einsehbar.

Dagegen erscheint mir z.B. Bach-Digital als ein kryptisches Werk ohne Sinn und Verstand. Sucht man dort nach Originalen, weiß man nie, ob man dort eine Link zum Original findet oder nicht. Die dort angewandte Nomenklatur ist kryptisch. Man muss erst anscheinend ein Handbuch darüber lesen, um zu wissen, wie das Ganze zu verstehen ist.

Das müsste alles nicht sein. Ich selbst habe als Informatiker mehrere Dutzend Datenbanken entworfen mit dem Hintergedanken für jeden Laien einen intuitiven Zugang des Aufbaus und der inneren Zusammenhänge zu ermöglichen.

Eine Datenbank muss immer dem Anspruch genügen, ich suche etwas, einen Datensatz, von dem ich nur einen Begriff weiß, und wie komme ich am schnellsten dorthin. Nehmen wir an, ich weiß den Titel eines Chorals, die gesamte Datenbank wird auf diesen Begriff gefiltert und am Ende erscheint der komplette Datensatz mit Entstehungsjahr, Ort, BWV Nr. und sonstigen Einträgen. Nehmen wir an, ich weiß nur die BWV Nr., ditto.

Nun zu meinen Bedenken, Zitat aus dem Artikel:

Das durch die Fülle der Neuerkenntnisse und fortlaufende Ergänzung schwer verständliche System der Benennung von Frühfassungen und Varianten einzelner Werke wird auch im Hinblick auf die Nutzbarkeit digitaler Medien von einem alphabetischen auf ein rein numerisches System (in chronologischer Reihenfolge) umgestellt. Der inzwischen durch zahlreiche Verschiebungen unübersichtlich gewordene Anhang wird ebenfalls komplett überarbeitet.


Dieser Abschnitt zeigt mir, die absolute Ahnungslosigkeit des Autors, was Datenbanken anbelangt. Das vorherige BWV-System soll vorher eine alphabetische Ordnung und neu zu einer rein numerischen Sortierung umgestellt werden. Ein Abbild (View) einer Datenbank (digitales Medium) ist immer variabel, je nach Spaltensortierung, und es ist immer nur ein Abbild. Aber, es scheint mir eher, dass dies alles gar keinen Bezug zu einer künftigen Datenbank enthält, wo ein normaler Mensch was sucht und finden kann.

Aber, was bedeutet das für uns? Kommen wir am Ende zu einer Ordnung, die sich nicht mehr nach BWV-Blöcken einordnen lässt? Wo dann 1 = BWV 1004, 2 = BWV 993 usw. Das würde ich gerne vorher wissen, denn eine BWV-Reform im Sinne einer Rechtschreibreform, wie sie erfolgt ist, dagegen würde ich gerne mein absolutes Veto einlegen dürfen.

Jedenfalls, wenn Datenbanken für den Industriebedarf so aussehen würden, wie Bach Digital, dann gute Nacht! Keinerlei Redundanz der Datenbank, leere Kreuzverweise, die zu nichts führen, keine Eindeutigkeit der Einträge, wo ich nur sagen kann, hier war ein Metzger am Werk aber kein Informatiker. Es tut mir leid, dass ich das mal so unverblümt sagen muss.


Grüße
Klaus Schaaff

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